Rätsel des Unbewußten.

Rätsel des Unbewußten.

Ein Podcast zu Psychoanalyse und Psychotherapie

Folge 18: Heilen durch Verstehen. Wie eine Psychoanalyse wirkt.

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Kommentare

Mensch in Psychoanalyse
by Mensch in Psychoanalyse on 09. Dezember 2018
Seien Sie bedankt für Ihre Antwort! Ich finde es bemerkenswert, was Sie von meinem Kommentar aufgreifen - und vor allem: was nicht. Ebenso bemerkenswert erscheint mir Ihre Auslegung des Kafka-Zitates: Das mit der "Liebe" wird bei Kafka ja in einer seiner großartigen lapidar-paradoxen Bewegungen gleichzeitg beschworen und weggewischt (oder denken Sie, irgendjemand stünde vor "dem Eingang zur Hölle" tatsächlich "liebend"?).
CJ@psy-cast.de
by CJ@psy-cast.de on 08. Dezember 2018
Liebe Esther, vielen Dank für die Rückmeldung, über die wir uns sehr freuen! Wenn wir diesen Stereotypen ein wenig entgegenwirken können, hat der Podcast seinen Zweck erfüllt. Herzliche Grüße J.M. & C.L.
CJ@psy-cast.de
by CJ@psy-cast.de on 08. Dezember 2018
Lieber Mensch in der Psychoanalyse, wir danken Ihnen für die offene und ausführliche Rückmeldung. Zu einer individuellen Therapie können wir natürlich nichts sagen. Die Erfahrungen und der Optimismus bzw. Pessimismus, was sich mit einer Therapie bewirken lässt, sind sicherlich sehr unterschiedlich. Unsere Sympathie für psychodynamische Verfahren wollen wir nicht abstreiten, sie ist ja auch der Grund für unseren Podcast. Wir hoffen aber, dass aus den Folgen auch hervorgeht, dass ein therapeutischer Prozess immer etwas sehr Individuelles ist und auch immer seine Grenzen hat. Ihre Antwort hat uns angeregt, diese "Grenzen einer Psychoanalyse" einmal in einer eigenen Folge zu thematisieren. Dies betrifft insbesondere den zweiten Punkt, den Sie beschreiben und mit dem unübertrefflichen Zitat Kafkas über die Einsamkeit des Schmerzes pointieren. Eine Therapie kann Geschehenes nicht ungeschehen machen oder jemanden den zugefügten Schmerz abnehmen. Auch im Verstehen und der therapeutischen Begegnung gibt es eine Grenze, allein schon, wie Sie schreiben, durch den Rahmen der Therapie. Es ist vielleicht wichtig, auch von Seiten des Therapeuten das Unwiderrufliche und Unüberbrückbare als solches, »nachdenklich, liebend«, anzuerkennen. Es geht vielleicht überhaupt in der therapeutischen Arbeit eher um einen Prozess des Trauerns als des Wiederherstellens. Aber in unserer Erfahrung besteht doch die Möglichkeit, dass in diesem Prozess eine transformierende Kraft liegt, die über das Ertragen und Ablenken hinaus geht. Herzliche Grüße J.M. & C.L.
Esther Bockwyt
by Esther Bockwyt on 02. Dezember 2018
Es ist so toll, dass Ihr diesen Podcast macht. Mit großem Bedauern nehme ich den Zustand an den Unis wahr, in denen die PA nicht nur nicht vorkommt, sondern auch noch abgewertet wird. Leider scheint mir dieser Trend zunehmend. Es ist daher sehr wertvoll, dass es einen Podcast gibt, der verständlich nochmal aufzeigt, worum es eigentlich geht. Denn das wissen viele nicht, haben nur ihre Klischees, die sie unkritisch übernommen haben, im Kopf. Tolle Arbeit! LG Esther
Mensch in Psychoanalyse
by Mensch in Psychoanalyse on 01. Dezember 2018
Glückwunsch zum Preis! Allerdings kann ich - je mehr Ihrer Podcasts ich mir anhöre - immer weniger damit anfangen, denn letztlich erschöpfen sie sich meiner Ansicht nach in blanker Theorie (wie ich sie schon in unzähligen Fachpublikationen las) - und noch dazu in solcher, die die Psychoanalyse-"Praxis" durch eine rosafarbene Brille sieht. Was Sie hier über "praktische" Psychoanalyse erzählen, hat zumindest mit dem, was ich in einer solchen bislang erlebt habe und noch erlebe, wenig, sehr wenig zu tun. Da wird selten "contained", sondern meist "gegengehalten"; da wird selten "verstanden" (wie Sie es im letzten Podcast zum "Heilen durch Verstehen" so hübsch skizzierten), sondern meist eine Sublimierungsebene angeboten, auf die sich Patientin und Analytiker wohl 'retten' sollen vor jenen zersetzenden Gefühlen des Patienten; und da wird auch nichts besser oder gar "geheilt", wenn die Analytikerin mich einmal im von Ihnen immer wieder heraufbeschworenen Sinne "versteht": Das, also das Verständnis des Analytikers, zu spüren, ändert bei mir nichts, denn 1. bin ich mit mir, meiner Lebensgeschichte und den daraus erwachsen(d)en Gefühlen nach 50 Minuten wieder ALLEIN, und 2. ÄNDERT sich daran nichts, wenn es ein anderer Mensch mal (kurz) empathisch "versteht": Was war, war. Und es war in dem Falle meins, nicht das eines anderen. Kafka hatte wohl recht: " Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüßtest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen vor einander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle..." (In einem Brief an Oskar Pollak, 18.11.1903) Ich persönlich würde das Zitat gern um folgendes ergänzen: "und anerkennen, dass wir uns nicht 'heilen' können. Es geht ums Ertragen, ums Ablenken (bestenfalls in Gestalt von Sublimation) und irgendwann ums Enden."

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Über diesen Podcast

In diesem Podcast widmen wir uns der Erforschung des Unbewußten, der zeitgenössischen Psychoanalyse, Tiefenpsychologie und den Verfahren der Psychotherapie. Transkripte und Literaturempfehlungen befinden sich im Anhang der jeweiligen Folge.

Kontakt: CJ@psy-cast.de

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